Forrestyoga- nein, ich steh nicht im Wald

Mein erster Kontakt zu Ana Forrest war an der brasilianischen Küste. Wie ich schong geschrieben habe war mein Yogalehrertraining Ashtanga-basiert und als eine Unterrichtseinheit besprachen wir andere Yogastile. Die Beschreibung von Forrestyoga sprach mich sofort an- eine Art gelebte Traumatherapie, Behandlung der Seele durch den Körper. Dann aber vergaß ich es wieder, weil es zumindest bei uns in Deutschland noch nicht sehr präsent ist und in meiner Umgebung auch nirgends angeboten wird.

Durch Zufall - wenn es das gibt- hatte ich letzten Herbst an einem Wochenende Zeit und Lust einen Yogaworkshop zu machen und stieß auf Forrestyoga mit Katrin Ender (www.kilunda.com). Hm, ich will ehrlich sein. Es befremdetet mich sehr und gleichzeitig dachte ich mir faulen die Oberschenkel und Schienbeinmuskeln ab vom langen Halten und den active feet. Auch die sehr intensive Atemarbeit war mir so noch neu. Als wir dann noch in unseren Schließmuskel atmen mussten und den Schritt mit unserer Atmung bebrummen dachte ich "Mannomann, die haben doch nen Schuss".

Aber irritiert war ich doch durch die Intensität.

Über Weihnachten hatte ich noch Urlaub und stolperte über eine Email von Katrin, dass sie in Kenia ein Forrestyogaretreat über mehrere Tage anbietet. In einer Art Baumhaus am indischen Ozean.Hm, das klang wiederum nach einer Reise nach meinem Geschmack.

Das Watamu Treehouse war wirklich wahnsinnig schön und Balsam für die Seele.

Der Workshop ging stets um 6 Uhr morgens los- bei den Dschungelgeräuschen und der früh aufgehenden Sonne auch kein Problem. Dann folgte die Morgenzeremonie mit Beschwören der 4 Himmelsrichtungen und Abbrennen von weißem Salbei. Bei aller westlichen Skepsis gegenüber solchen Ritualen- das fühlte sich gut an. Und tröstlich. Es gab der ganzen Sache den Wert und den heilenden Touch, den es verdient hat.

Gut, ich gebe es zu, die indianischen Gesänge und das Herumgetanze befremdeten mich schon, aber wenn ich mich darauf einließ war auch das okay.

Nach der Zeremonie folgte die intensive Morgenpraxis. Und ich meine intensiv. Mehr als einmal wollte ich wütend rausstürmen, weil mir das active feet and active hands und Nacken hängen lassen und tief atmen und halten und aushalten einfach zu viel wurde.

Aber ich bin geblieben und was auch blieb war die Erfahrung wie viel in einem arbeitet, wenn man einfach in der Haltung bleibt und atmet. So richtig tief, dass sich die Rippen nach seitlich öffnen. Wie bei einem Tiger hat Ana Forrest geschrieben.

Meine Nackenmuskeln fühlten sich oft zum Zerreißen gespannt und es hat sich oft gar nicht entspannend angefühlt. Erst später beim weiteren Üben habe ich langsam gemerkt, wie ich den Nacken mehr und mehr loslassen konnte. Kein Wunder- wieso sollten diese Muskeln nach 36 Jahren Anspannung auch einfach locker lassen können?

Nicht unerwähnt soll auch der Bärenhunger bleiben, wenn wir nach guten 3 Stunden dann fertig waren. Zum Glück ist die Diät im Forrestyoga nahrhaft- es soll die Seele und den Körper nähren und enthält auch reichlich Fett. Und ja, es ist nicht vegan.

Mir passt das gut in den Kram, denn ähnlich wie Ana mag ich keine Essensvorschriften und ich möchte auf das hören, was mein Körper mir sagt.

Mittags hatten wir Übungen und andere Workshopthemen und abends noch eine kürzere Session. Zuhause habe ich über die Cody App noch viele Stunden mit Ana geübt und es begeistert mich immer mehr. Ich möchte dynamischere Stile mit anderem Fokus wie das Kundalini nicht missen, aber Forrestyoga wirkt auf ganz andere Art ganz tief.

Ich kann es jedem nur empfehlen, der wirklich bereit ist an sich und für sich zu arbeiten. Der Veränderungen leben möchte, der die alten im Körper gespeicherten Traumata bearbeiten möchte. Wie sagte Ana- ich mag Opfer von schlimmen Erlebnissen gewesen sein, aber wenn ich nicht für mich sorge bleibe ich ein Leben lang das Opfer.

Stalk your fears and walk in beauty my friends.

 

 

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Ostern mit Gurmukh und Gurushabd

It was an intensive and so blissful easter weekend. As I am already involved so much with Kundalini because I do a yoga therapy training (and I discovered being a doctor does not necessarily imply being a therapist. Just listening without instantly being called to help is weird and new) I constantly look out to make new experiences.

One was online classes with Gloria Latham www.glorialatham.com. She lives Kundalini in a very non- dogmatic and practical yet spiritual way. When I did the classes I always wondered "how does she know exactly what I feel??". So I enrolled for a week of Kundalini on the island of Kythira in Greece. Such a stunning summery laid back and soul nourishing place. The Greek food fed our stomachs as well quite nicely :)

How amazing to sit in morning meditation when the earth starts shaking. It was the first time I sat in meditation for so long and the universe responded. What a coincidence. Or universal sign?

Gloria also told us about her teacher Gurmukh and how relieved she felt doing classes with her. That she lived Kundalini so intense but she also let the present live like playing a Beatles song whilst practicing.

So now I stumbled across this possibility to do Easter intensive workshops with Gurmukh and Gurushabd. First the organizers told me they were fully booked but then 2 spots opened up for me.

As we Europeans still (for whatever reason) change from summer- to wintertime I got up at about 3 am and wondered if I shouldn't use those rare hours of sleep for something else.

Luckily I didn't. While we were chanting and holding our arms up for 11 minutes and all the breath of fire and aching bones and muscles I thought that some years ago I would have laughed about such people. And now I was in the middle of it and enjoying every minute. Well, sometimes I wished the kriya would end but how blissful when it did.

Gurmukh spoke about love and how it is essentially eternal and unconditional. Gurushabd told us about how it's not gonna happen that you sit and meditate and "boom" all of a sudden you're enlightened and it stays that way. You have to work for it constantly and by becoming more and more aware of the presence and the fact that now is all there ever is the happier you become. And when he played the gong for meditation- shiver through my whole body. So relaxing, I normally cannot let go that much.
I'll be honest with you- normally Munich people are very often quite fond of hipster lifestyle, expensive stuff and don't greet easily even before yoga classes.

But during those days sweating and working and chanting together the vibe of oneness was almost tangible.

Working with patients and my own fast monkey mind I know how hard it is to stay still and focus. These kundalini kriyas have the power to occupy your mind enough to find some calm in the midst of the movement. I felt worked out in my body and soul like not often before. I had tears of sorrow and joy in my eyes. I really felt that there is something bigger caring for me.

Once I'm back at work with my fellow doctors I know some will frown upon this. Lots of it is not proven by randomized double-blind studies. But guess what? I don't care anymore. It feels great. I am convinced it can help escpecially people that have issues with addictions. And who does't have them? If it's not drugs or alcohol it's food or emotions or procrastination. We all need to know there's something bigger than ourselves. That the universe will provide as with all we need.

I feel so drawn to the idea of being able to create and hold such as space like the two did for us in Munich.  How wonderful is the idea to travel around the world one day to bring us all together. So why not start slowly with it.

So many people seem to be so old in their minds even at my age. Like all cards were already given and played. But it is all just beginning! Every day again.

So many wonders still to come.

Sat Nam

 

PS: Next time I will tell you about my experience with Forrest Yoga. Stay tuned!

 

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Spirituelle Reinigung

Bei meinen online-Yogastunden habe ich viele verschiedene Stile ausprobiert. Und irgendwann dachte ich- wenn schon eine halbe Stunde alleine zuhause vorm Computer so einen Effekt hat, wie wäre es dann sich 4 Wochen hinein zu versenken? Und so meldete ich mich zu einem RYT200-Yogalehrertraining an. Es gab nur einen möglichen Zeitraum, daher war das mein Auswahlkriterium.

Hätte es mir zu denken geben sollen was ich auf der online-Seite gelesen hatte? Ja. Hat es mich davon abgehalten? Natürlich nicht.

Und so kam es wie es kommen musste.

Ich flog frohen Mutes nach Rio de Janeiro. Dass International Airport noch lange nicht bedeutet, dass die Tourist-Officer englisch können dämmerte mir erst vor Ort. Irgendwie schaffte ich es mit viel Gottvertrauen und dem Wörterbuch in die nächsten Flieger. Ich dachte auch naiverweise, dass Coca-Cola ein universell verständliches Getränke sei. Hier belehrte mich die Stewardess eines Besseren. Und irgendwie flog das Flugzeug auf der Karte im Bordcomputer einen ganz komischen Bogen. Umso größer meine Erleichterung als ich wirklich am richtigen Ort landete. Ilhéus. Menschen mit Yogamatten. Ich hatte es geschafft.

Was folgte war eine mehrstündige Fahrt in einem Bus. Umsteigen auf einem verlassenen Dorfplatz in einen Jeep. Durch den Dschungel. Aussteigen, damit der Jeep durch die Schlaglöcher kam. Und dann erreichten wir Piracanga.

Eine Kommune an der brasilianischen Küste. Gebaut, weil die Gründerin bei einem ungeborenen Baby die Aura las und dieses sagte "bau eine Schule und ein Dorf".

Ich sage nur: 3-Minuten-Umarmungen. Chakratänze. 

Veganes Essen von seiner unverdaulichen Seite. Dafür aber ohne Gewürze.

Wir erlebten 4 Wochen Luftschwangerschaft durch kalte Rohkost und Körner. Das Wasser konnte wegen Strommangel nicht abgekocht werden, dafür frönte es sein Dasein als bakterieller Nährboden in schwarzen Tanks auf dem Dach. Den wasserdünnen Durchfall circa 50 x pro Tag bezeichneten die Bewohner als "spirituelle Reinigung". Ich als Eiweißmangelödem durch Parasitenbefall. Ob das die Ursache war, dass eine Teilnehmerin Einhörner sah?

Auch Mücken, die einem bei der Meditation in Nase und Mund krabbelten stellten eine neue Interaktion mit den vielfältigen Wesen der Natur dar.

Und doch war es großartig. Anstrengend. Intensiv. Jeden Morgen um 6 Uhr auf der Matte und die Ashtanga Primary Series. 

Es schult die Demut ungemein, wenn alle um einen herum ihren Körper in schlangengleiche Posen verbiegen, während man selber versucht der "sitzenden Vorbeuge" zumindest halbwegs aufrecht sitzend mit Blick auf das weite Meer eine gewisse Würde zu verleihen.

Wir lachten und weinten zusammen. Und entdeckten, dass man von Pommes high werden kann.

Wir lernten von alten Geschichten und neuen Ideen. Und wuchsen bei unserer ersten Unterrichtsstunde über uns hinaus.

Auch wenn ich manchmal Dinge impulsiv entscheide. Ich glaube daran, dass das Universum uns dahin führt wohin wir sollen. Das egal wie schmerzhaft sich manches anfühlt wir die Lektionen lernen müssen, die für uns bestimmt sind. Und dass am Ende alles gut wird.

Mein Weg zu Kundalini Yoga

Vor ungefähr 4 Jahren entdeckte ich Yoga für mich. Erst mal dachte ich nur, dass ich von all den Jahren mit hardcore-Training so unbeweglich geworden war und selbst meine Oma flexibler war als ich. Das wollte ich ändern. Ich hatte jahrelang gelacht über die spirituellen Hippies und OM-Singer und all diese weichen Sachen. Und nun stand ich in München in einem 40 Grad heißen Raum und ließ mich mit "lock your knee. Du hast kein Knie" anschreien. Hm, meine Haut wurde babyweich und ich konnte immer toller schwitzen, aber war das der Weg?

Eine Patientin gab mir den Tipp für die online-Seite www.gaia.com und ich entdeckte neue Welten. Eines Tages war eine Immunsystem-Serie im Angebot und ich hatte furchtbare Kopfschmerzen. Ich hatte schon zig Medikamente durch probiert und nichts hatte funktioniert. Schlimmer konnte es also nicht werden.

Und so war ich  mutig und klickte die Kundalini-Stunde an. Bisher hatte ich immer gleich wieder weiter gescrollt, denn das wirkte schon sehr schräg. Weiße Klamotten und Turban. Ja, genau. 

Aber gut, ich schloß Fenster und Türen und machte die Vorhänge zu. Dann legte ich los. Ich kam mir vor wie ein Derwisch auf Speed. Als ich nach der Stunde in der Entspannungshaltung lag fiel mir auf, dass etwas fehlte. Irgendetwas war anders. Dann wurde mir klar was- die Kopfschmerzen waren weg.

Dieses verrückte Herumgehampel hatte meinen Kopf klar gemacht.

Das war der Beginn meiner Liebe zu Kundalini Yoga. 

 

 

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Über mich

Ich bin Theresa. 36 Jahre alt. Ärztin, Yogini, Entdeckerin.

Dies ist meine Geschichte. Lustig, traurig, verrückt. Komm mit auf die Reise.

Mein Leben lang wollte ich schreiben und heute war der Tag an dem ich dachte- auch wenn es nicht gleich ein Roman wird, warum nicht endlich damit anfangen?

Mein Leben ist Jetzt. 

 

So vieles habe ich erlebt, ich hab mich allein zu einem Fallschirmkurs in Kapstadt angemeldet, bin Marathon gelaufen, das Medizinstudium und irrsinnige Nachtdienste überstanden, bin auf meinem Motorrad gefahren, hab surfen und paddeln probiert und schließlich fand mich das Yoga. Und mein Leben wird immer bunter. Oder wie käme ich sonst zu Yoga im Baumhaus in Kenia? Oder zu Chakratänzen im brasilianischen Dschungel? Oder zu 11-Minuten-Armhochhalte-Meditationen?

Davon möchte ich berichten und wenn du Lust hast, dann sei dabei.